Sicher mit dem Bus unterwegs sein

Zwei Frauen stehen an einer Haltestelle vor einem Fahrplan

Busfahren muss gelernt sein


Einkäufe erledigen, Bekannte treffen, einen Arztbesuch erledigen. Und dabei noch umweltfreundlich unterwegs sein? Das klingt für viele Menschen ganz normal und unkompliziert. Insbesondere Menschen mit Beeinträchtigungen oder ältere Menschen stehen aber vor einer großen Herausforderung. Viele Wege sind für sie nicht ohne Hilfe oder Schwierigkeiten zu bewältigen. Ein eigenes Auto steht nicht zur Verfügung und zu Fuß sind die Wege oft zu lang.

In diesen Fällen sind Bus und Bahn die beste Möglichkeit von A nach B zu kommen.

Doch was ist, wenn man noch nie mit dem Bus gefahren ist. Oder wenn man sich unsicher fühlt bei der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Zum Beispiel weiß man nicht genau wie das mit dem Rollator im Bus funktioniert. Nicht selten hat das zur Folge, dass ältere Menschen deutlich seltener aktiv am Leben teilnehmen als sie es gerne würden.

Die VKU unterstützt Fahrgäste mit einer Mobilitätseinschränkung aber auch verunsicherte Fahrgäste mit einem Begleit-Service. Der Begleit-Service heißt VKU-Tandem. Das Projekt JederBus verhilft mit demVKU-Tandem Fahrgästen zu einer unbeschwerten Fahrt. Sicher vom Start bis zum Ziel.

 

Ilse Marzeion ist 85 Jahre alt und kürzlich von Lengerich nach Unna gezogen. Sie wohnt nun in einer Senioren-Einrichtung. Mit ihrem Umzug in die fremde Stadt hat sie ihren Führerschein abgegeben. Im Kreis Unna möchte sie den ÖPNV nutzen und damit auch einen Beitrag zum Energiesparen leisten. Weil sie aber bisher immer Auto gefahren ist, hatte sie Bedenken, ob sie sich im ÖPNV zurechtfindet. Erfreulicherweise hat ihr Sohn für sie das VKU-Tandem gefunden. Frau Marzeion meldete sich spontan bei der VKU für eine Schulung an.

Dafür holte die VKU-Trainerin Gaby Freudenreich sie zu Hause ab. An der Haltestelle und während der Busfahrt erklärte sie Frau Marzeion alles, was sie zum Busfahren wissen muss.  Das VKU-Tandem ist kostenlos. Die Fahrgäste benötigen dafür nur ein gültiges Ticket.


Hier erzählt die Seniorin von ihren Erfahrungen.

Ich möchte auf jeden Fall mobil und selbstständig bleiben. Ich möchte beispielweise allein einkaufen können. Ich war schon immer viel unterwegs. Das möchte ich ohne Auto auch können. Und natürlich sind mir Besuche bei meinem Sohn wichtig.

Ich hatte ganz viele Fragen. Ich fahre erst seit kurzer Zeit kein Auto mehr. Meine letzte Busfahrt liegt schon sehr lange zurück. Zudem bin ich aus einer anderen Stadt zugezogen. Ich wusste beispielsweise nicht, welche Haltestelle ich in der Nähe meiner Einrichtung nutzen kann. Wo ich ein- und aussteigen kann. Oder wie ich den richtigen Bus finde. Wichtig war für mich auch, wo ich die Fahrkarte für den Bus kaufen kann.

Ich habe alles gelernt, was man zum Busfahren wissen muss. Vom richtigen Fahrplan lesen bis zum Umsteigen in eine andere Buslinie.

Durch die Schulung ist meine Hemmschwelle allein mit dem Bus zu fahren deutlich gesunken.  Ich habe das Handwerkszeug zum Busfahren auf den Weg bekommen. Das gibt mir Sicherheit.  

Ich probiere ab September erstmal mit dem Schnupper-Abo das 60plus Abo aus. So habe ich die Möglichkeit 3 Monate lang zu testen, wie oft ich den ÖPNV wirklich nutze. Wenn ich ausreichend oft fahre, bleibe ich beim 60plus-Abo. Sonst kann ich ja auch mit dem TagesTicket oder dem KurzstreckenTicket fahren. 

Für Senioren wie mich. Menschen, die kein eigenes Auto mehr lenken aber trotzdem mobil bleiben möchten. Im Prinzip eignet sich die Schulung aber für alle, die sich bei der Nutzung von Bus und Bahn unsicher fühlen. Egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung.

Weitere Infos zum VKU-Tandem finden Sie hier